Federwolke

Cirrus

Federwolken sind zarte weiße Eiskristallfasern in der obersten Schicht der Troposphäre. Sie sind die dünnsten Wolken am Himmel — nie dicht genug, um die Sonne zu verdecken — und ihre Fasern zeichnen den Wind nach, der sie trägt.

Ci
Typische Höhe
6.000–12.000 m
WMO-Abkürzung
Ci
Höhenstockwerk
Hohe Wolken
Auch genannt
Eisfahnen

Woran du sie erkennst

  • Dünne weiße Fasern, Flecken oder schmale Bänder, immer von blauem Himmel getrennt statt ihn zu bedecken.
  • Eine faserige, haarähnliche Struktur. Der lateinische Name bedeutet „Haarlocke“ — genau danach sieht sie aus.
  • Häufig an einem Ende hakenförmig gebogen: die Form Cirrus uncinus, im Deutschen auch „Stutenschwänze“ genannt.
  • Keinerlei graue Schattierung. Federwolken sind zu dünn, um sich selbst zu beschatten, und bleiben durchgehend weiß.

Welches Wetter sie ankündigt

  • Für sich allein steht die Federwolke für beständiges Wetter. Sie erzeugt nie Niederschlag, der den Boden erreicht.
  • Nimmt der Cirrus stetig zu, verdichtet sich und geht in einen milchigen Schleier über, kündigt das meist eine Warmfront an — Regen folgt oft binnen 12 bis 24 Stunden.
  • Einzelne Federwolkenstreifen an sonst blauem Himmel bedeuten in der Regel, dass die ruhige Wetterlage anhält.

So fotografierst du sie

  • Halte die Sonne seitlich. Gegenlicht bringt die Eisfasern zum Leuchten und hebt sie vom Himmel ab.
  • Nimm den Horizont oder eine Silhouette im Vordergrund mit auf — ein leerer Himmel bietet dem Auge keinen Maßstab.
  • Das Licht am späten Nachmittag zeigt die faserige Struktur deutlich besser als harte Mittagssonne.
  • Belichte leicht knapp, damit die hellen weißen Fasern ihre Zeichnung behalten und nicht ausfressen.

Wissenswertes

  • Federwolken entstehen in Luft, die oft kälter als −40 °C ist, und bestehen ausschließlich aus Eiskristallen, nie aus Wassertröpfchen.
  • Die nachgezogenen Streifen sind herabfallende Eiskristalle, die von unterschiedlich schnellen Winden verbogen werden — du siehst also gewissermaßen ein Abbild des Windes.
  • Kondensstreifen von Flugzeugen sind künstliche Federwolken. Bei ausreichend feuchter Luft breiten sie sich aus und sind vom Original kaum noch zu unterscheiden.

Leicht zu verwechseln mit

Häufige Fragen

Kündigen Federwolken Regen an?

Nicht für sich genommen. Ein Himmel mit vereinzelten Federwolken ist meist beständig. Entscheidend ist die Entwicklung: Nimmt der Cirrus über einige Stunden zu, verdichtet sich und geht in eine geschlossene Schleierdecke über, zieht wahrscheinlich eine Warmfront auf und Regen setzt häufig binnen 12 bis 24 Stunden ein.

Was unterscheidet Cirrus von Cirrostratus?

Cirrus zeigt sich als einzelne Fasern mit klarem blauem Himmel dazwischen. Cirrostratus ist eine zusammenhängende, fast durchsichtige Decke über den ganzen Himmel und erzeugt typischerweise einen Halo-Ring um Sonne oder Mond. Cirrus erzeugt nie einen Halo.

In welcher Höhe stehen Federwolken?

Typisch sind 6.000 bis 12.000 Meter — etwa die Reiseflughöhe eines Verkehrsflugzeugs. In den gemäßigten Breiten sind sie die höchsten der zehn Wolkengattungen.

Nicht sicher, was du da siehst?

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